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Mit dem Schlauchboot zum Kap Hoorn

Autor: Michael Kunst
  

Der Schweizer Andy Leemann hat bei seiner End Of World Expedition ein Team von Abenteurern auf zwei offenen Gummibooten vom Typ AB Inflatables 2250 Meilen zum Kap Hoorn geführt.

Mit dem Schlauchboot zum Kap Hoorn
Der berühmte Felsen im Hintergrund ©RIBEX - World Wide Expeditions

Andy Leemann hat schon den Orinoco, Mekong, Sambesi, Ganges und viele andere Flüsse auf Motorbooten bereist. Da konnte für den Abenteurer aus der Schweiz nicht mehr viel kommen. Aber dann war er gefangen von der Idee mit dem Schlauchboot die Hohe See zu bezwingen.

Kap Hoorn war das Schlüsselwort, das bei ihm und seinem Freund Ivor Heyer die Augen zum Leuchten brachten. Da Heyer auch noch Inhaber des renommierten Motorboot-Herstellers AB Inflatables in Barranquilla/Kolumbien ist, war gleich auch die passende Hardware für das Abenteuer gefunden.

Für die Strecke vom Starthafen Puerto Montt wurden ein AB Inflatables 24VST mit zwei Yamaha 115 PS Motoren und ein AB Inflatables 28VST mit einem Mercury Verado 250 PS Motor eingesetzt. Dabei brauchten sie für die längste Strecke ohne Stopp auf 400 Meilen insgesamt 1600 Liter Sprit.

Insgesamt bezwang schliesslich eine elfköpfige Männergruppe mit den zwei RIBs die Strecke von Puerto Montt in Chile nach Kap Hoorn. „Es war nicht immer leicht mit sieben Kapitänen an Bord“, sagt Leemann. „Aber wir sind mit jeder zusätzlichen Seemeile zu einem immer besseren Team zusammengewachsen. Nicht nur physische Stärke hilft dabei, die harten Bedingungen zu meistern, sondern es ist insbesondere die gemeinsame Leidenschaft für Abenteuer.“ Für die 2250 Seemeilen benötigte die Expedition bestehend aus insgesamt elf Männern zwischen 35 und 70 Jahre 28 Tage.

Die Reise verlief im chilenischen Patagonien über die Stationen: Pt.Montt- Puerto Aquire - Golfo de Penas - Caleta Tortels – Pt. Eden – Pt. Natales - Punta Arenas – Pt. Willams – Kap Hoorn und zurück nach Pt.Williams und Pt Arenas.

Bei der Planung spielte das Wetter die grösste Rolle. „Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass sich dieses besondere Wetterfenster für uns geöffnet hat“, sagt Leemann. „Wir müssen ein grosses Dankeschön an den Meeresgott Poseidon schicken.“

Dabei sei es eine besondere Belastung gewesen, gerade an den guten Wetter-Tagen möglichst viele Meilen absolvieren zu müssen. „Wir hatten immer das Gefühl, unter Zeitdruck zu stehen.“ Denn es bestand immer die Gefahr, von Stürmen oder auch den Hafen-Behörden lange festgehalten zu werden.

Mehrfach mussten die RIB-Besatzungen Schutz vor dem Wind oder extrem kaltem Regen suchen. „Aber insgesamt gesehen haben wir mehr als Glück gehabt. Das Kap Hoorn ist unser Mount Everest. Die Rundung des Felsens bei Wellenhöhen von fünf Metern und sehr starker Strömung hat uns gezeigt wie hart der Southern Ocean ist. Er gibt seinen Weg nicht so leicht frei.“

Das felsige Kap Hoor im Rücken ©RIBEX - World Wide Expeditions Das felsige Kap Hoor im Rücken ©RIBEX - World Wide Expeditions

Die Navigation sei nicht immer einfach gewesen, da die Genauigkeit der Karten zu wünschen übrig liess. Die Crews mussten auf ihren Weg sehr konzentriert Ausguck halten, um sich zu orientieren. Dabei markierte ein Fahrer die jeweilige Position auf der Papierkarte als Backup zum GPS.

„Für uns Seeleute hat sich das als etwas sehr besonderes angefühlt, in den berühmten Gewässern an der Magellan Strasse, dem Beagle Kanal und Kap Hoorn zu navigieren“, sagt Leemann. „Der absolute Höhepunkt war dann die Rundung des Kaps, dort wo der Pazifik den Atlantik trifft.“

Im Vorfeld war das Beschaffen der Befahrenserlaubnisse die grösste Schwierigkeit. Dafür musste sehr viel Sicherheitsmaterial vorgewiesen werden und jede Menge Papiere. Die Kontrolleure der Marine waren sehr gründlich und überprüften alles. Schliesslich musste sich die Gruppe jeden Morgen und Abend um acht Uhr per Satelliten-Telefon den Behörden ihre aktuelle Position durchgeben. Aber alle Offiziellen seien sehr freundlich gewesen.

Höhepunkte der Tour waren auch die Begegnung mit der Fauna von Patagonien. Jeden Tag hat die Crew Wale, Pinguine, Seelöwen oder Delfine gesehen. Dagegen stand die grosse Abgeschiedenheit auf der Landseite. Über viele Tage sahen die Abenteurer keine Menschenseele. Dafür genossen sie auch die Einsamkeit der rauen Landschaft. Sie fuhren von Gletscher zu Gletscher, passierten viele Eisberge und sahen atemberaubende Wasserfälle. „Ich glaube nicht, dass es noch einen anderen so einsamen und wunderschönen Ort gibt auf dieser Erde.“

Geschafft! Die elfköpfige Expedition am Ziel ihrer Wünsche ©RIBEX - World Wide Expeditions Geschafft! Die elfköpfige Expedition am Ziel ihrer Wünsche ©RIBEX - World Wide Expeditions

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Seit 25 Jahren als Reporter unterwegs, segelt seit er im Midlife-Crisis-Alter ist, ein gebrauchten Laser.

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