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Schwertzugvogel/Kielzugvogel

Auf fast allen Revieren Europas zu finden: Die Zugvögel…

Schwertzugvogel/Kielzugvogel
Segelzeichen Schwertzugvogel/Kielzugvogel

Mal wieder eine Jolle, die auf Initiative der deutschen Fachzeitschrift „Yacht“ entwickelt wurde. Ernst Lehfeld konstruierte den Schwertzugvogel 1960 noch als reine Wanderjolle für Jugendliche und „ältere Semester“. Damals waren Wanderfahrten auf Jollen mit Übernachtungen unter der Zeltpersenning (über den Mastbaum gelegt) noch gang und gäbe. Das Boot zeigte gemäß den damaligen Anforderungen ein eher gutmütiges Segelverhalten mit hoher Endstabilität bei Krängung.

Von Michael Kunst, veröffentlicht am 12.10.2022

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Gutmütige Wander-, schnelle Regattajolle

Der Knickspanter aus Holz machte zudem am Wind eine hervorragende Figur, lief sehr gute Höhe und Geschwindigkeit auf spitzen Kursen. Vor dem Wind hatte man von vornherein „nur“ ein Ausbaumen des Vorsegels vorgesehen, ein Spinnaker stand nie „auf dem Plan“ und wurde auch später nicht in die bereits kurz nach der Bootsvorstellung gegründeten Klasse eingeführt.

Das Boot wird bis heute klassisch von Vorschoter und Steuermann/frau ausgeritten. Ein Trapez wurde, trotz häufiger Nachfragen seitens sportlicherer SZV-Segler, nie zugelassen.

Ohne Spi und Trapez

Dennoch entwickelte sich das Boot rasch zu einer sehr aktiven Regattaklasse. Bis heute sind auf dem Zugvogel viele erfolgreiche Regattasegler unterwegs, die entweder auf der vermeintlichen Wanderjolle ihre ersten Segelerfahrungen gemacht haben und der Klasse treu bleiben wollen oder Regattasegler, die ab einem gewissen Alter von hektischeren Jollen auf den Zugvogel umgestiegen sind. Was nicht heißen soll, dass Regattasegeln auf dem Schwertzugvogel eine einfache Angelegenheit sei: Die Leistungsdichte bei den meisten SZV-Regatten ist bereits legendär.

Nicht kleinzukriegen

Apropos Leistung. Kurz nach der Schwertvariante des Zugvogels brachte man eine Version mit festem Kiel auf den Markt: Gleiche Bootsabmessungen, allerdings eine feste Kielbombe unter dem Rumpf. Was das Boot noch etwas gutmütiger, allerdings auch seefester machte. Zwei Quadratmeter mehr Segelfläche an einem etwas längeren Mast gleichen das zusätzliche Gewicht mit mehr Angriffsfläche für den Wind aus. Wenn es auch etwas länger dauerte als bei der Schwert-Version, avancierte auch der Kielzugvogel schnell von der idealen Wanderjolle für eher ruppige Reviere zu einer sehr aktiven Regattaklasse.

Beide Zugvogel-Varianten sind bis heute auf nahezu allen Revieren zu finden. Mehr als 5.000 Boote wurden bis heute vom Schwert- und Kielzugvogel in der ursprünglichen Holz- und später in GFK gebaut.

Mehr Info zu den beiden Zugvögeln – auch Emotionales – in unserem Magazin: https://www.boat24.com/de/blog/zugvogel-die-fernwehjolle/

Segelriss Schwertzugvogel
Segelriss Schwertzugvogel

Segelriss Kiezugvogel
Segelriss Kiezugvogel