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Eine Odyssee, die hoffentlich keine wird

Autor: Michael Kunst
  

ARC-Gründer Jimmy Cornell mischt mit drei neuen Events die etablierte Fahrtensegler-Szene auf. Besonders spannend ist die „European Odyssey“.

Eine Odyssee, die hoffentlich keine wird
Von Hamburg nach Lanzarote, in der Flottille durch Europa

Natürlich ist es im Prinzip nichts Neues wenn wir behaupten, dass Jimmy Cornell so etwas wie ein „Übervater des Fahrtensegelns“ ist. Der Gründer der Atlantic Rallye for Cruisers (ARC) und überaus erfolgreiche Buchautor hat – nach eigenen Angaben – im Rahmen seiner zahlreichen „Segelrallyes“, vulgo: Flottillensegeln, immerhin bereits mehr als 3.000 Yachten und 15.000 Segler über die Weltmeere geschickt.
Doch wer nun glaubt, dass sich der 74jährige damit zufrieden gibt und sich entspannt zurücklehnt, um auf seinem Schiff im besten Rentenalter zu den bereits gefahrenen 200.000 Seemeilen noch das eine oder andere Hundert hinzuzufügen, wird schnell eines Besseren belehrt. Cornell behauptet, dass er sich von Jahr zu Jahr jünger fühle und entsprechend „sportlich“ sieht sein Programm für die Zukunft aus:

  • Die „Atlantic-Odyssey“ als Konkurrenzprodukt zu seiner ureigenen ARC-Idee. Von Lanzarote wird

nach Martinique gesegelt, alternativ kann etwas später von Gran Canaria nach Grenada geschippert werden. Start: November und Januar.

  • Im Anschluss daran können wirklich ambitionierte Fahrtensegler gleich an Cornells „Blue Planet Odyssey“ teilnehmen – sie haben dann die Wahl: Entweder durch die Nordwestpassage in den Pazifik (26 Yachten haben bereits für diese Törnvariante gemeldet) oder auf herkömmlichem Wege über den Panama-Kanal in den Stillen Ozean. Ach ja, und von dort geht es dann weiter rund um den Globus– vor Juli 2016 werden die Teilnehmer nicht zurück in Gibraltar erwartet.

In der Flottille von Nord nach Süd

Aller Exotik und vielleicht auch Vermessenheit zum Trotz (wie viele Segler haben die Nordwestpassage bisher tatsächlich geschafft – und jetzt gleich eine Segel-Rallye?) wollen wir besonders auf eine im Vergleich eher bescheiden wirkende Cornell’sche Flottillenfahrt aufmerksam machen: die „European Odyssey“.
Deren Route führt von Hamburg nach England, Frankreich, Spanien, Portugal und dann ins Mittelmeer oder zu den Kanarischen Inseln. Also durchaus klassische und „machbare“ Fahrtenrouten, die jedes Jahr von Hunderten Skippern befahren werden. Und vor denen jährlich Hunderte Skipper so viel Respekt haben, dass sie doch lieber daheim bleiben…

Zu Beginn der Rallye treffen im Juli die nordeuropäischen mit deutschen Yachten zusammen. Die Liegplätze im zentralen City Sporthafen – direkt gegenüber der Elbphilharmonie – sind für eine Woche kostenlos. Es wird ein attraktives Rahmen-Programm geben und alle Yachten erhalten vor dem Start einen ausführlichen Sicherheits-Check.
Die erste Etappe der Flottenfahrt führt nach London, wo den Seglern das seltene Privileg zuteil wird, in den „Pool“ hinter der Tower Bridge zu segeln – die natürlich extra für diesen Anlass geöffnet, pardon: gezogen wird.

Eine Europa-Tour in der sicheren Flottille

Weiter geht es nach Cherbourg und Brest, dann durch die Biskaya nach La Coruňa. Danach entlang der Küste nach Porto und Lissabon. Wer ins Mittelmeer segeln will, macht einen Stopp in Gibraltar. Die anderen segeln nach Rabat (Marokko) und zum Ziel nach Arrecife, Lanzarote (Kanaren). In allen Häfen ist die Liegegebühr frei und es soll spannende Kultur-Programme an Land geben.
Was sich hier zunächst wie „nur ein weiterer Törn für „wahrscheinlich ältere Herrschaften mit viel Zeit und noch mehr Geld“ liest, hat jedoch nicht nur aus diesem Grund durchaus System. Denn erstmals schafft es Jimmy Cornell mit dieser „Odyssee“ – die hoffentlich keine wird – Langfahrtsegler in der beruhigend sicheren Flottille aus den nordeuropäischen Breitengraden hinunter in den Süden zu bringen, von wo aus sie dann Wochen oder gar Monate später ihren Sprung über den grossen Teich wagen können oder vielleicht überwintern, um später wieder zurück in heimatliche Gefilde zu segeln.
„Das wird eine typische Fahrtensegler-Rallye“ erklärte Jimmy Cornell in diversen Interviews. „Anspruchsvolles Segeln in spannenden Seegebieten. Das alles gewürzt mit einem attraktiven Kulturprogramm und untermalt mit der Sicherheit, die jedem Teilnehmer die Flotte bietet. So wird die Zukunft des Fahrtensegelns aussehen!“

Noch sind Plätze frei… und die passende, seetüchtige Segelyacht finden Sie bei natürlich bei uns.

Thema

Segeln

Autor

Michael Kunst

Geschrieben von

Michael miku Kunst (60) ist seit mehr als 35 Jahren als Sportreporter unterwegs. Waren es in jungen und knackigen Jahren eher Ausdauersportarten, die ihn in die hintersten Ecken unseres Planeten lockten, sind es heute mehr oder weniger verrückte Segelboote auf den Ozeanen und Binnenmeeren, die ihn faszinieren.
In mikus Flotte befinden sich u.a. ein 25 Jahre junger Laser Standard und ein etwas ausgeleierter Mini 6.50 Prototyp (No. 247), mit dem er vor Lorient auf dem Atlantik unterwegs ist.

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