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Jeanneau 43 DS – Sieht top aus...
...wäre aber ein teurer Fehler

Grossserien-Yachten aus den frühen 2000er-Jahren locken oft mit reichlich Platz, korrektem Ausbau und überhaupt mit viel Wohnkomfort fürs Geld. Genau deshalb rückte bei der Suche für Meike und Pascal, die auf ihrem Boot im Mittelmeer leben und arbeiten wollen, auch die Jeanneau 43 DS in den Fokus.
veröffentlicht am 04.12.2025
Das erwartet Sie in diesem Artikel
- Warum die Jeanneau 43 DS für Meike und Pascal zunächst wie ein passendes Mittelmeer-Boot wirkt.
- Welche drei gravierenden Schwachstellen die BootsProfis bei der Besichtigung entdecken
- Weshalb sich das Paar am Ende trotz attraktivem Konzept gegen den Kauf entscheidet
Dieses Decksalon-Modell bietet ein gefälliges Raumgefühl, eine grosszügige Achterkabine und ein für die Grösse attraktives Preisniveau. Doch den BootsProfis und ihren beiden Auftraggebern wird beim Check schnell klar: Hinter dem angenehmen ersten Eindruck können sich gravierende Schwachstellen verbergen.
Grössere Baustellen
Im Mittelpunkt stehen drei teure Problemfelder. Besonders kritisch ist der Mastfussbereich: Offenbar ist der einlaminierte Holzblock unter der Maststütze durch Feuchtigkeit geschädigt, sodass der Mast bereits abgesackt ist. Die Folgen reichen von zu geringer Riggspannung bis zu Verformungen im Deck. Solch ein Schaden ist kein kosmetischer Mangel, sondern eine aufwendige Strukturbaustelle. Für die Reparatur muss der Mast gezogen, der Mastfussbereich geöffnet und der geschädigte Kern aufwendig ersetzt werden. Dazu kommen angegriffene Kielbolzen, die auf Korrosion und damit auf weiteren Sanierungsbedarf im Bereich der Kielanbindung hindeuten, sowie ein Riss im Schott, der auf zusätzliche Belastungen oder ältere Strukturschäden schliessen lassen kann.
Die richtige Entscheidung
Meike und Pascal hatten 100.000 Euro als maximale Obergrenze für den Bootskauf und zusätzlich rund 30.000 Euro für Arbeiten, To-dos und Investitionen eingeplant. Das besichtigte Boot sollte ursprünglich 120.000 Euro kosten. Wegen des erkennbaren Zustands wurde der Preis vorab auf 103.000 Euro gehandelt. Dennoch entschied sich das Paar gegen einen Kauf: Zu gross wäre die Gefahr gewesen, sich den Traum vom Leben auf dem eigenen Boot durch eine Dauerbaustelle mit ungewissem Ausgang zu verderben.
Ein weiteres BootsProfi-Video, bei dem offensichtlich wird, dass ein Gebrauchtbootkauf eine komplexe Angelegenheit sein kann, oder besser gesagt: immer komplex und diffizil ist. Der Rat von Fachleuten ist dann buchstäblich Gold wert.
