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Das Boot als Couch

Autor: Erdmann Braschos

Motorbootfahrer und Segler, die das Bootsleben entspannt sehen, entscheiden sich zunehmend für einem schwimmenden Untersatz, der ihnen Dreierlei bietet: Aussehen muss er, fahren und Gelegenheit zum Abhängen, Rumlümmeln, Fläzen, Räkeln und Sonnen bieten.

Das Boot als Couch
Brenta 52© b-yachts.com

Beim Motorboot wird das mit gepolsterten Pritschen und Sitzgarnituren zum Chillen oder Sonnenbaden schon lange gemacht. Schliesslich hat der Motorbootfahrer nach dem Spurt zur Badebucht viel Zeit zum Abhängen. Da möchte er es mindetestens bequem haben wie Zuhause. Und was hat man daheim? Eine schöne grosse Couchgarnitur. Wenn Frau und Mann sich gut verstehen, reicht eine. Ist man von der Arbeit durch und braucht mal seine Ruhe, oder falls man sich nicht so gut kennt, sind mehrere Sofas besser.

Bei Seglern, die das Metier seit jeher ernst bis sehr ernst nehmen, galt das lange als verpönt. Es an Bord einfach so bequem wie zuhause haben ging nicht. Das war peinlich und unseemännisch. Heimlich aus der Backkiste oder Achterpiek geholte Polster zum bequemen Sitzen wurden soeben geduldet. Bei sehr grossen Yachten wurden bei schönem Wetter ausnahmsweise mal Liegestühle auf’s Achterdeck gestellt.

Doch tut sich beim Segelyacht-Design eine ganze Menge. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass praktisch alle Segelboote, ganz gleich ob Jolle oder grosse Yacht, Daysailor sind. Boote also, die nur wenige Stunden tagsüber bewegt werden und abends wieder im Hafen liegen. Es müssen nicht so viele Kojen und Toilettenräume sein, weil die eh alle leer bleiben. Die Kajüten werden kleiner, die Aufbauten flacher. Mittlerweile hat sich mit dem Daysailor als Spassboot für schöne Stunden auf dem Wasser ein eigenständiger Bootstyp durchgesetzt.

Das Boot ist eine segelnde Couch Das Boot ist eine segelnde Couch © Instagram Gianluca Vacci

Mit dem wegweisenden Konzept seiner entrümpelten Wallys hat Luca Bassani das Yachtdesign seit den Neunzigerjahren Neubau für Neubau auf seinen eigentlichen Zweck, Segelspass und unbeschwertes Bordleben zugeschnitten. 2008 ging Luca Brenta, der mailändische Konstrukteur der ersten Wally Yachten, mit der Brenta 52 einen Schritt weiter. Er ersetzte den beim Tourenboot üblichen Kajütaufbau durch eine grosse, bis hinter den Mast reichende Liegewiese.

Das gut 22m lange und 6,2m breite Boot ist eine einzige Open Air Lobby mit mehreren Sitzgelegenheiten zum Lungern und Feiern Das gut 22m lange und 6,2m breite Boot ist eine einzige Open Air Lobby mit mehreren Sitzgelegenheiten zum Lungern und Feiern © Instagram Gianluca Vacci

Bekannt wurde es als Segelspielzeug des italienischen Millionärs, Lebemanns und Spassvogels Gianluca Vacci, der «Genie of the Lamp» ab Porto Cervo für schöne Stunden auf dem Wasser nutzt. Es wurde als schwimmende Plattform unzähliger Ausflüge mit Picknicks und Parties des Mister «Enjoy» über Instagram bekannt. Im Sommer 2017 erweiterte er seine Flotte um eine abgeräumte, oben abgesägte Wallypower 73. Was beweisst, dass man auch bei einer Wally noch was weglassen kann.

© Instagram Gianluca Vacci

So ehrliche und klar gedachte Boote können nur Italiener, Ästheten wie Bassani oder Brenta - und Playboys wie Vacci.

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Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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Obwohl die Reste der herausgeschnitten Laminatwinkel beim Ausbau des alten Interieurs zuvor bis zur Bordwand entfernt wurden, wird die Bordwand mit dem Exzenterschleifer an den Flächen, wo laminiert wird, nochmals angeschliffen. Der Schliff mit grober Körnung (24er, 36er oder 40er Klettscheiben) stellt die gute Verbindung des neuen Laminats mit der Bordwand sicher. Mit einem Exzenterschleifer und vernünftiger Absaugung ist das in wenigen Minuten gemacht und geht halbwegs sauber über die Bühne. Danach wird das gesamte Vorschiff gründlich staubgesaugt und bis in die Ecken hinein mit einem feuchten Lappen ausgewischt.

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