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Zustandsbewertung

Der Unterschied zwischen "gut" und "akzeptabel" ist nicht nur eine Frage des Blickwinkels.

Zustandsbewertung
© boat24

Schönheit ist relativ – und das Hässliche sowieso! Denn bekanntlich sind nicht nur die Geschmäcker verschieden, sondern ebenso die Blickwinkel auf das Objekt der Begierde. Das gilt selbstverständlich auch für die Zustandsbewertung eines Bootes.

veröffentlicht am 04.06.2021

Das erwartet Sie in diesem Artikel
  • Häufig gehen die Meinungen über den Zustand eines Bootes auseinander.
  • Tipps für eine faire Bewertung
  • Der Unterschied zwischen "gut" und "akzeptabel" kann gewaltig sein
  • Bewerten Sie fair – sorgen Sie dafür, dass die Erstbesichtigung keine Enttäuschung wird!

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Boot24-Richtlinien zur Zustandsbewertung von Booten

Was beispielsweise der Verkäufer mit „gut“ bewertet, mag in den Augen des Käufers höchstens die Note „geht gerade noch so“ bekommen. Und ein „mangelhaft“ bei der Einschätzung durch einen kritischen Pedanten kann bei einem “laissez-faire“-Typen durchaus noch ein „gut“ erhalten.

Kurz: Richtlinien können helfen!
Auch aufgrund häufiger Nachfragen durch unsere Kunden, finden Sie nachfolgend Interpretationshilfen und mögliche Richtlinien zur Bewertung ihres Bootes. Unser Tipp: Wenn Sie sich als Verkäufer daran halten, ist der potentielle Käufer zumindest vor „groben“ Überraschungen gefeit. Denn nichts ist schlimmer als ein Besichtigungstermin, bei dem der erste Satz der Interessenten lautet: „Das hab’ ich mir aber ganz anders vorgestellt!“

neu

Das Boot wurde kürzlich fertig gestellt und steht ohne jegliche Gebrauchsspuren beim Händler zum Verkauf


neuwertig

Das Boot wurde noch nie genutzt, steht allerdings schon seit einiger Zeit in einer Halle. Das Boot hat keinerlei Gebrauchsspuren und behält daher beim Verkauf nahezu den Neuwert.


sehr gut

das Boot ist in einem außerordentlich gepflegten Zustand, wurde relativ kurze Zeit genutzt und mit viel zusätzlichem Equipment ausgestattet.


guter Zustand

Das Boot wurde zwar häufig eingesetzt, jedoch regelmäßig gepflegt. Es weist z.B. leichte Kratzer auf, benötigt kleinere Schönheitsreparaturen, ist aber strukturell völlig intakt und erlitt keine größeren Havarien. Sämtliche Sicherheitsanforderungen am Boot werden noch erfüllt.


befriedigender Zustand

Das Boot hat Gebrauchsspuren wie Kratzer oder etwa ein reparaturbedürftiges Holzdeck. Unter Deck ist das Boot zwar noch nicht „verwohnt“, man sieht der Einrichtung jedoch den (häufigen) Gebrauch an. Die Elektronik ist nicht auf dem neuesten Stand, aber einsatzbereit. Segel und/oder Motor sind noch ok, benötigen aber schon in Kürze Ersatz bzw. Überholung. Grundsätzlich ist das Boot aber noch fahrbereit. Eventuell werden nicht alle Sicherheitsanforderungen erfüllt.


überholungsbedürftig

Das Boot hat starke Gebrauchsspuren am Rumpf, an und unter Deck. Die Segel und/oder der Motor benötigen Wartung bzw. Ersatz. Überholungsbedürftige Boote können nach Havarien oder Kollisionen auch strukturelle Schäden haben. Die Elektrik an Bord funktioniert häufig nicht mehr zuverlässig. Das Boot ist nur bedingt einsatzbereit.


defekt

Das Boot ist im aktuellen Zustand nicht fahr- bzw. segeltüchtig. Es weist Mängel und Defekte am Rumpf respektive in der Struktur auf, größere Reparaturen müssen vorgenommen werden. Die Ausrüstung ist unvollständig, die Sicherheit an Bord ist nicht mehr gewährleistet.