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Jeanneau Sun Kiss 47 – großes Boot für wenig Geld?

Ein 47-Fuß-Yacht für 85 Tausend Euro – jetzt kann die Weltumseglung gleich losgehen! Oder?

Jeanneau Sun Kiss 47 – großes Boot für wenig Geld?

Von Barcelona in die Welt: Grundsätzlich ist eine Sun Kiss 47 durchaus eine klasse Serienyacht für die Langfahrt. Doch kann man einem Angebot, das weit unter dem Durchschnitt ähnlicher Yachten liegt, wirklich blind vertrauen? Da holt man doch lieber gleich die BootsProfis – besser is' das!

veröffentlicht am 07.01.2024

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Drei junge Schweizer wollen gemeinsam um die Welt segeln. So weit, so normal (zumindest für Segelbegeisterte). Doch die Langfahrt soll nicht auf einem engen Allerweltsfahrtenboot über die Bühne gehen, sondern bitteschön auf einer Ü-45-Fuß-Yacht. Damit jeder der Jungs ein annehmbar großes Privatgemach an Bord für sich beanspruchen kann.

Dürfte derzeit kein größeres Problem geben, etwas Passendes zu finden? Schließlich sind gerade die „großen“ Fahrtenyachten auf dem Gebrauchtbootmarkt häufig vertreten. Da wäre allerdings noch ein kleiner Haken: Die Yacht darf nicht mehr als 120.000 Euro kosten, mit allem Drum und Dran, also auch inklusive etwaig fälliger Aufhübscharbeiten.

Entsprechend lange mussten die drei Freunde nach einem geeigneten Angebot suchen und wurden schließlich in Barcelona fündig: Eine Sun Kiss 47 von Jeanneau für sage und schreibe 85.000 Euro.

MUSS da nicht ein Haken dran sein?

Um genau den zu finden, sind die BootsProfis zu dritt – Hendrik, Dominik und Ole – im Hafen der katalanischen Metropole aufgetaucht.

Schnell war klar: Das Boot ist gut ausgerüstet, scheint keine großen (wie etwa strukturellen) Schäden zu haben. Doch was der Makler, der das Boot übrigens direkt verkauft und somit Gewährleistung für ein Jahr geben muss, als „kleine Reparaturen, die noch zu machen sind“ bezeichnet, trifft nicht den Geschmack der BootsProfis. Das Teak-Deck sei „eigentlich nicht mehr vorhanden“, meint Hendrik angesichts der vielen, dilettantisch ausgeführten Ausbesserungen. Dann noch der Kabelsalat im Motorraum, die Lukenverriegelung aus Draht, der neuere Autopilot, der einfach auf den alten aufgeklebt wurde (sic!).

Und, und, und – Ole kann am Ende der Besichtigung nicht verstehen, wie man als Makler ein Boot in diesem Zustand zum Verkauf anbieten kann.

Also abwinken, vergessen und ab zum nächstes Boot? Das wäre die „Rechnung ohne die drei Schweizer Freunde“. Die haben nämlich ein Händchen fürs Basteln und Zeit, wollen ihr Boot von Grund auf kennenlernen. Was man bekanntlich am besten schafft, indem man sich intensiv mit ihm beschäftigt. Außerdem sind sie sich darüber im Klaren, dass eine Weltumseglung unterm Strich sowieso nichts anderes ist als „in exotischen Häfen am Boot basteln“.

Die richtige Einstellung für den Kauf dieser Sun Kiss 47? Überzeugen Sie sich selbst mit diesem mal wieder sehr sehenswerten Video der BootsProfis.

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