Hochmuth Bootsbau AG
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Spot an: Galavorstellung

  

Grosse Yachten machen was her. Aber in der Dunkelheit, wo bekanntlich alle Katzen grau sind, verschwinden auch sie. Da sind wie beim kleinen Boot in der Bucht abends ausser dem Ankerlicht vielleicht ein paar Bulllaugen zu entdecken. Für den stolzen Eigner, der seinem Schiff abends vom Beachclub oder Restaurant aus beim ankern zuguckt, ein unhaltbarer Zustand.

Spot an: Galavorstellung
Maltese Falcon Rigg - eine inszenierte Skulptur ©ekie_nsu

So beschäftigt sich eine spezielle Branche mit der nächtlichen Inszenierung von Yachten. „Bisher ging es im Luxusyachtbau um die schiere Grösse, das schiffbaulich Machbare, spektakuläres Design oder Gadgets wie Heliplattformen. Jetzt interessieren sich die Eigner zunehmend für’s Detail“ so Thorsten Hoven vom Hamburger Licht-Spezialisten Mylk Mediatektur. So wird das Know How zur Beleuchtung historischer Fassaden, von Monumenten oder Wahrzeichen in der Yachtbau übernommen. Was beim Trevi Brunnen klappt, geht auch bei Yachten.

Ein aus der Bugnase leuchtender Strahler illuminiert den Vorsteven der „Pelorus“ derart geschickt von unten, dass der verfremdende Lichteffekt den Betrachter über die Bugform rätseln lässt. Die Yacht wird zur Skluptur. Bei Segelyachten werden die Masten ergänzend zu den Laternen unter den Salingen heute nach oben mit weiteren Strahlern festlich beleuchtet.

Den Vogel schiesst der innovative Rahsegler „Maltese Falcon“ ab. Dessen Takelage setzten die Italiener derart in Szene, dass er wie eine irreale Skulptur anmutet. Von unten beleuchtet heben sich die silbernen Sicheln markant vom dunklen Himmel ab. Solche Spielereien waren vor einem Jahrzehnt, als es im Mastenbau und bei der Ausrüstung von Yachten um Sicherheit, Langlebigkeit, wartungsarmen Betrieb und geringes Topgewicht ging, undenkbar.

Ausgeschlossen waren Bordwanddurchführungen im Unterwasserschiff für andere Zwecke als den Kühlwasserzulauf, Pumpen, die Leckagesichere Montage von Lot und Logge. Längst schwebt eine ganze Armada moderner Motoryachten, schweben Segler wie „Maltese Falcon“, „Athena“ oder Kreuzfahrtschiffe in der Dunkelheit auf einer grün oder blau schillernden Lichtwolke. Da werden der Golf von Saint Tropez, die Rade de Cannes, der Port Vauban von Antibes oder English Harbour auf Antigua zum Pool.

Seit 2004 beschäftigen sich Nigel und Lee Savage des englischen Spezialisten Oceanled mit Unterwasser LEDs. Die vielfache Lebensdauer gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln, die grosse Lichtausbeute bei vergleichsweise geringer Wärmeentwicklung machen die Spielerei möglich. Für übliche Bootsgrössen oder Beiboote werden 1 oder 1 1/2 zöllige LED Einschübe angeboten, die wie gängige Logge/Lot-Sensoren in Bordwanddurchführungen gesteckt und mit einer Überwurfmutter gesichert werden. Die Themen Dichtigkeit, Leckagesicherheit, Intervalle zum Wechsel der Leuchtmittel, Wärmeentwicklung und Bewuchs sind gelöst. Die Haltbarkeit der Leuchtmittel soll deutlich grösser sein als bei Halogen, Xenon oder HID. Je nach Umgebung und Belüftungsverhältnissen im Schiff erwärmen sich die LEDs auf 30 bis 42 Grad Celsius, wobei die Lampen massgeblich vom Meer gekühlt sind. Bei einer Überhitzung schalten sie automatisch ab. Eine Spezialbeschichtung auf dem eigens mit einem Spezialisten entwickelten, so genannten Tritonium Glas soll Bewuchs hemmend wirken.

Bei grossen Motoryachten sind Unterwasserspots heute üblich Bei grossen Motoryachten sind Unterwasserspots heute üblich

Für Rümpfe aus Alu, Kunststoff oder Stahl und Kreuzfahrtschiffe gibt es spezielle Modelle. Es gibt sogar eine Bauart, die in Tankbereichen des Rumpfes in die Bordwand eingelassen sind und wo das Schiff dennoch nicht zum Leuchtmittelwechsel ins Dock muss. Dieser Gesichtspunkt ist bei grossen (Charter-) Yachten oder ganzjährig laufenden Kreuzfahrtschiffen wichtig. Leider ist die Beleuchtung der Rümpfe für angelockte Fische bei laufender Maschine und rotierenden Propellern gefährlich.

Athena aus dem Top gesehen Athena aus dem Top gesehen

Die Beleuchtung des Wassers rings um das Schiff ergibt einen surrealen Effekt. Segler südlicher Gewässer kennen ihn von der Spur phosphoreszierenden Kielwassers. Es ist ein unvergessliches Erlebnis, nachts allein am Steuer durch die Dunkelheit auf einer natürlich leuchtenden Spur dahin zu gleiten. Wenn in der Dunkelheit Himmel und Meer nicht mehr zu unterscheiden sind, meint man zu schweben. Das gibt es jetzt nicht allein für grosse Yachten, sondern auch deren Beiboote und üblichen Bootsformate - auf Knopfdruck. Das heisst es dann abends in der mittelmeerischen oder karibischen Ankerbucht: Spot an.

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