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Aussen, innen, Pod, Jet und Z-Bootsmotoren im Fokus

Autor: Michael Kunst

Kurz, knapp, klar: die einzelnen Antriebsmotoren auf Booten im Überblick. Ein Wegweiser durch die Welt der Vor- und Antriebe im Wassersport.

Aussen, innen, Pod, Jet und Z-Bootsmotoren im Fokus
Der gängigste Motortyp im Wassersport – der Aussenborder © Mercury

Ganz ehrlich: Haben Sie nicht auch schon das eine oder andere Mal bei der Durchsicht der boot24.ch Anzeigen die Stirn gerunzelt, wenn bestimmte Motortypen genannt werden? Z-Antrieb? Sail-Pod? Jet-Strahl… hallo, was war das nochmal?

Es folgen die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der einzelnen Motortypen. Nicht nur der besseren Übersicht wegen, sondern um den tatsächlich richtigen Antrieb für den gedachten Einsatzzweck Ihres Gebrauchtbootes auszukundschaften. Kommt Ihnen zu einfach vor? Mal sehen, ob Sie wirklich alles gewusst haben…

Aussenborder

Der wohl bekannteste, weil am häufigsten verwendete Motorantrieb im Wassersportbereich. Er kommt hauptsächlich bei kleinen bis mittelgrossen Motorboottypen zum Einsatz – seine PS-Range reicht von 1,5 bis mehreren Hundert.Aussenborder werden auch gerne im «Doppelpack» oder als Zwillingsantriebe verwendet. Kleinere Segelboote, Jollen wie Kielboote, nutzen Aussenborder als Flautenschieber und Einparkhilfe.

Motor, Getriebe und Propeller sind bei diesem Motortyp in einer Einheit zusammengefasst.
Aussenborder werden nahezu immer am Heck des Bootes an einer speziellen Kippvorrichtung angebracht, die ein Auf- und Herunterklappen (teils manuell, teils elektrisch) möglich macht. In manchen Segelyachten werden Aussenborder auch in einem speziell dafür vorgesehenen Schacht im Heckbereich des Bootes abgesenkt.

Die meisten Aussenborder sind Verbrennungsmotoren, die Anzahl wirkungsvoller Elektromotoren als umweltschonende Alternative wächst jedoch ständig. Gesteuert wird der Aussenborder meist mit einer Pinne (direkt am Motor angesetzt). Bei grösseren Modellen kommt ein Steuerrad zum Einsatz, das mit hydraulischen Systemen oder mit Kabelzügen direkt mit dem Motor verbunden ist.

In diesen Fällen wird der Motor in der Vertikalachse gedreht. Segler, die einen Aussenborder einsetzen, fixieren dagegen meist den Aussenborder, bringen ihnen strömungsgünstig an und steuern mit dem wirkungsvolleren Ruder des Bootes. Bei manchen Elektro-Aussenbordern gibt es die Möglichkeit, die Pinne des Motors inkl. Gasdrehgriff mittels Verlängerungskabel als eine Art Fernsteuerung zu benutzen.

Innenborder

Ähnlich wie beim Aussenborder sagt auch hier die Bezeichnung des Bootstyps schon Vieles: Ein Motor, der im Inneren des Bootes bzw. der Yacht untergebracht ist. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Benzin- oder Diesel- seit einigen Jahren aber zunehmend auch um Elektromotoren, die über einen starren Stahlschaft einen Propeller antreiben. Motor innen, Propeller aussen… die Öffnung, durch die der Schaft nach aussen gelangt, nennt sich Stopfbuchse. Sie soll verhindern, dass Wasser ins Boot gelangt.

Gesteuert werden Yachten mit Innenbordmotor über ein Ruder, das entweder am Heck oder unter dem Rumpf angebracht ist. So wird die Wasserströmung auf die eine oder andere Seite «gedrängt» und das fahrende Boot ändert (je nach Konstruktionsweise mehr oder weniger verlässlich) die Richtung. Bei Segelyachten kommt logischerweise das Steuerruder auch beim Vortrieb unter Motor zum Einsatz.
Eine besondere Form des Innenborders ist der V-Drive. Um mehr Platz für die Innenraumgestaltung der Motoryacht zu schaffen, wird hierfür der Innenbordmotor im Heckbereich (statt wie sonst üblich mittschiffs) eingebaut. Die Wellenantriebe sind v-förmig und die Antriebswelle zeigt dabei nach vorne.

Innenborder – hier eine elektrische Version © Torqeedo Innenborder – hier eine elektrische Version © Torqeedo

Z-Antrieb

Ein längst etablierter Mix aus Aussen- und Innenbordmotor. Der Motor befindet sich so weit wie möglich hinten, im Innern des Schiffes, das Antriebsaggregat (Getriebe, Lenksystem, Propeller) sitzt dagegen aussen am Heck des Bootes. Die Verbindung zwischen beiden Elementen ist direkt, erfolgt also nicht über eine Antriebswelle. Gesteuert wird über das äussere Aggregat, das sich nach links oder rechts dreht.

Z-Antrieb von Mercury © Mercury Z-Antrieb von Mercury © Mercury

Jet-Antrieb

Ebenfalls eine Variante aus dem Bereich Innenbordmotor. Jedoch wird vom meist weit hinten platzierten Motor ein Impeller, also ein Propeller, der von einem röhren- oder hülsenförmigen Gehäuse umschlossen ist, angetrieben. So entsteht ein Effekt wie bei einer grossen Wasserpumpe, die wiederum grosse Wassermassen ansaugt und und dieselben mit hoher Geschwindigkeit nach hinten ausstösst.

Wegen des «umschlossenen» Propellers und der dadurch reduzierten Verletzungsgefahr, werden Jetantriebe gerne für Wasserski, Wakeboarden etc. eingesetzt. Gelenkt wird über den Düseneffekt und über den sogenannten «Eimer», der den Wasserstrahl führt. Jetantriebe sind bekannt für präzise Lenkfähigkeit.

Pod-Antrieb

Eine eher neuere Entwicklung für den Wassersport. Ähnlich wie beim Z-Antrieb sind innenliegender Motor und aussen angehängtes Antriebsaggregat direkt miteinander verbunden. Nur dass beim Pod-Antrieb dieser Antriebsbereich UNTER dem Schiffsrumpf angebracht ist und nicht am Heck, wie beim Z-Antrieb. Der gesamte Antriebsbereich lässt sich vertikal drehen, was wiederum hervorragende Manövrierfähigkeit nach sich zieht. Diese Motorvariante erfordert jedoch für eine optimale Ausschöpfung aller Vorteile meist auch besondere Rumpfformen.

Forward Drive

Die Neu-Entwicklung von Volvo Penta Bootsmotoren ist im Prinzip ein Z-Antrieb, bei dem der Propeller… nach vorne zeigt! Ein Antrieb, der ebenfalls gerne bei Wassersportarten wie Wakeboarden zum Einsatz kommt, weil (lt. Volvo) «engere Kurvenfahrten bei hoher Geschwindigkeit und besseres Manövrieren bei geringerer Geschwindigkeit möglich sind». So kann der Antrieb völlig störungsfrei vom Wasser angeströmt werden. Zwei gegenläufige Propeller auf ineinander laufenden Propellerwellen erbringen eine deutliche Steigerung der Motorwirkung. Die nach vorne ausgerichteten Propeller erhöhen zudem die Sicherheit der hinter und seitlich vom Boot aktiven Wassersportler.

Sailpod

Ein Pod-Antrieb, der speziell für Segelyachten und ihre besonderen Konstruktionsformen erdacht wurde. Das Prinzip ist meist das gleiche: Vom Motor, im hinteren Drittel des Rumpfes innen eingebaut, führt ein angeflanschter Schaft mit Antriebswelle senkrecht nach unten und tritt an einer mit Gummis abgedichteten Öffnung im Schiffsrumpf aus. Am Schaftende wird die Antriebswelle rechtwinkelig umgelenkt und tritt horizontal aus dem Schaft aus. Daran ist der Propeller montiert. Sailpods sind meist in unmittelbarer Umgebung des Ruders angebracht, mit dem die Yacht unter Segeln wie auch unter Motor gesteuert wird. Sail-Pods werden immer häufiger mit Elektromotoren bestückt!

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Verbrennungs- oder Elektromotoren?

Für nahezu alle Motorsysteme mit Verbrennungsmotor gibt es mittlerweile eine umweltschonende, elektrische Alternative. Hier hat die technische Entwicklung in den letzten Jahren Quantensprünge gemacht – ausser dem höheren Anschaffungspreis oder einer (immer weniger) eingeschränkten Reichweite gibt es kaum noch Argumente, die für einen Verbrennungsmotor sprechen. Allerdings wird der Gebrauchtbootmarkt noch von den Verbrennungsmotoren dominiert. Es lohnt sich dennoch über eine elektrische Alternative, auch in der Nachrüstung, nachzudenken. Nicht zuletzt, weil schon heute auf vielen europäischen Binnenseen nur noch elektrische Motoren zugelassen werden. Und sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren ausweiten wird.

Wer sich zudem für die Historie bestimmter Antriebsarten interessiert, dem seien die untenstehenden boot24.ch-Blog Artikel empfohlen (siehe weiterführende Links).

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Autor

Michael Kunst

Geschrieben von

Michael miku Kunst (60) ist seit mehr als 35 Jahren als Sportreporter unterwegs. Waren es in jungen und knackigen Jahren eher Ausdauersportarten, die ihn in die hintersten Ecken unseres Planeten lockten, sind es heute mehr oder weniger verrückte Segelboote auf den Ozeanen und Binnenmeeren, die ihn faszinieren.
In mikus Flotte befinden sich u.a. ein 25 Jahre junger Laser Standard und ein etwas ausgeleierter Mini 6.50 Prototyp (No. 247), mit dem er vor Lorient auf dem Atlantik unterwegs ist.

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Mit Super- oder sogar Megayachten ist das so eine Sache. Einerseits sind sie für 99,99999 Prozent der Menschheit schon aus rein finanziellen Gründen von eher tertiärem Interesse. Und unter denjenigen, die tatsächlich das nötige Kleingeld für eines dieser riesigen «Ungetüme der See» hätten, wird häufig ein gewisses wasserscheues Verhalten registriert: Es wird eben doch lieber «trocken» investiert und das Geld weiterhin gewinnbringend angelegt.

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