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Haus im Wasser

Autor: Erdmann Braschos

Eigentlich möchte jeder ein Haus am Wasser. Eine Villa mit Bootsteg. Am besten die mit wechselndem See- oder Meeresblick.

Haus im Wasser

Eine schwimmende Residenz, die ihren Bewohner vergessen lässt, an Bord zu sein. Einen coolen Pott wie das vierte Exemplar der Wally Ace. Vor einigen Jahren stellte der mongassische Yachtentwickler Luca Bassani mit seinem Vertriebsbüro Wally genau so einen, wenn auch gewöhnungsbedürftig interpretiert, vor.

Es sieht aus wie die Kreuzung aus abgesägter Megayacht und knuffigem Hafenschlepper. Der vorn platte Bug eignet sich bekanntlich für Bugsierdienste zum ans Kai Drücken grosser Schiffe. Statt Reling gibt es ein breites, passepartout-artiges Sideboard, ein massives Schanzkleid. Man kann auf diesem Rand morgens den Kaffee abstellen und abends den Prosecco. Ausserdem purzeln bei so einer ringsum sicheren Reling die Kinder der Besucher nicht über Bord.

Dazwischen erhebt sich ein pagodenartig panoramaverglaster Aufbau, wie man ihn von Lotsenversetzern oder Feuerlöschbooten kennt. Gegen die Fahrtrichtung geneigte Frontscheiben sind blend- und (meist) tropfenfrei. Der Dachüberstand bietet Schatten. Beim Ankern im sonnigen Süden fächelt der Wind angenehm durch die vorn offene Tür.

Auf dem Vorschiff gibt’s ein Blubberbecken und eine Frischluftlounge mit ringsum geschützten Sitzgelegenheiten. Die Plicht vorne wurde auf der 36 m langen Wally Power eingeführt, als Bassani es mit seinem 17 Tausend PS Treibsatz krachen liess. Auf dem angenehm von einer kühlenden Brise ventilierten Vorschiff chillt es sich vor Anker angenehm.

Die Dachterrasse ganz oben auf der Pagode lädt zum ungestörten Sonnenbad und Dösen ein. Auch das Schlafzimmer im verglasten Wintergarten kennt man von Bassanis letzten Segelyacht-Kreationen. Dort ist die Eignerkajüte hinter der blicksicher verspiegelten Heckscheibe untergebracht, mit Zugang zur „Terrace of the sea“ genannten achteren Badeplattform. Man hat vom Kingsize-Bett im 33 qm Schlafzimmer gleich morgens beim Aufwachen einen unverbauten Blick aufs Wasser. Der Weg ins Meer durch die geöffnete Tür ist schön kurz. Genau so praktisch muss ein Haus am Wasser sein.

„Wally steht eigentlich für sportliche, funktionale, schnelle Segel- und Motoryachten“ berichtet Luca Bassani. „Diesmal haben wir uns Gedanken gemacht, was der best ager, seine Familie oder Freunde eigentlich beim Urlaub in Kroatien, an der toskanischen Küste oder im Maddalena Archipel möchte“.

Er braucht Platz. „Bei der Wally Ace geht es mit 15 Prozent mehr Bootsbreite, maximaler Wasserlinienlänge, einem zugunsten der Rauhwassertauglichkeit und des umbauten Raums angehobenen Freibord um Komfort für die Auszeit an Bord“.

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Das einzige, was man in dieser schwimmenden Luxusdatsche abends erledigen muss, ist die Proseccogläser und Polster mit rein nehmen und den Geschirrspüler anwerfen. Kennt man ja von zuhause. Und sollte es am nächsten Morgen nach dem Frühstück doch mal langweilig im schwimmenden Ferienhaus werden, holt man einfach die Spielzeuge aus der mittschiffs in die Bordwand eingelassenen Garage. Dort gibt es Platz für einen 5 m Tender und mehr. Das vierte, etwas verlängerte Exemplar der Wally Ace entstand für einen amerikanischen Eigner. Er wird damit im Sommer 16 das Mittelmeer erkunden, im Herbst die Karibik, später das Heimatrevier der Baja California ansteuern.

Bei neun Knoten reichen die 15 Tausend Liter Sprit für 3.800 Seemeilen. Bei 12 Knoten sind zwei Tausend Meilen drin. Die mobile Villa für die schönsten Buchten der Welt wird Wally Casa heissen.

Wer nun prompt zur anstehenden Saison auch eine schwimmende Villa für paradiesische Buchten wie die von Espalmador zwischen Ibiza und Formentera braucht, zieht die anthrazitgraue Wally Kokonut in Erwägung. Die ist gerade gebraucht zu haben. Wer mehr Platz braucht, wird über die grössere Wallyace 30 (30,10 x 7,75 m, 115 t) oder die Wallyace 42 (41,90 x 9,50 m, 380 t, vier Decks) nachdenken.

Die anthrazitgraue Wally Kokonut, ist gerade gebraucht zu haben. Die anthrazitgraue Wally Kokonut, ist gerade gebraucht zu haben.

Wallyace 26: Länge über Alles: 27,33 m, Wasserlinie 26,95 m, Breite 7,75 m, Tiefgang voll beladen 1,75 m, Verdrängung voll/halb beladen 104/94 t, Glasfaserverstärker Kunststoff, Kajüten für vierköpfige Besatzung und 7 Personen im Eigner- und Gästebereich.
Zwei langsam laufende 345 PS Caterpillar Zwölfzylinder, 3 t Frischwasser, Seewasserentsalzer 180 l /Stunde. Ab 5,5 Millionen €.

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Autor

Erdmann Braschos

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Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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