Geschützter Steuerstand, offene Cockpits und skandinavisch-praktische Lösungen: Aquador baut Motorboote für Skipper, die ihre Saison nicht auf Sonnentage beschränken wollen. Vom kompakten Daycruiser bis zur 380 HT verbindet die finnische Marke Wetterschutz mit Fahrtenkomfort.
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Aquador
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Skandinavische Motorbootfahrer haben häufig eine andere Vorstellung von schönem Wetter als ihre mediterranen Kollegen. Wer im finnischen Schärengarten unterwegs ist, möchte schliesslich nicht jedes Mal umkehren, sobald Wolken aufziehen oder mal ein Regenschauer die Windschutzscheibe erfrischt. Genau hier liegt die Stärke von Aquador: Die finnischen Motorboote verbinden geschützte Steuerstände und Kabinen mit offenen Cockpits und grossen Schiebedächern. Das Ergebnis liegt irgendwo zwischen Daycruiser und kleiner Motoryacht – und funktioniert längst nicht nur in Finnland.
Von Mattila über Bella zu Nimbus
Aquador entstand Anfang der 1990er-Jahre auf Initiative des finnischen Unternehmers Sakari Mattila. Gemeinsam mit Bella-Gründer Raimo Sonninen und dem schwedischen Konstrukteur Rolf Eliasson wurde die erste Aquador entwickelt. 1995 kam die Aquador 22 auf den Markt und verkaufte sich erfolgreich. Nach einem kurzen Intermezzo mit einer Produktion im irischen County Cork kaufte Bella Boats die Marke im Jahr 2000 und holte die Fertigung zurück nach Finnland. 2018 übernahm schliesslich die schwedische Nimbus Group Bella-Veneet und damit auch Aquador. Heute wird Aquador innerhalb der Nimbus Group als finnisch geprägte Marke für kompakte Premium-Cruiser geführt.
Hardtop statt Schönwettergarantie
Besonders bekannt wurde Aquador mit seinen HT-Modellen (Hardtop): Steuerstand und ein grosser Teil des Cockpits liegen geschützt unter einem festen Dach, grosse Öffnungen und Schiebedächer sorgen bei gutem Wetter trotzdem für reichlich Frischluft. Das Konzept passt zum Norden. Bei Regen und Wind sitzt die Crew geschützt, bei Sonne lässt sich das Boot weit öffnen. Gleichzeitig bleiben Cockpit, Badeplattform und Aussenbereiche wichtiger Bestandteil des Bordlebens. Ältere Aquador wie 23 HT, 25 Cabin, 26 HT, 27 HT oder 28 C sind deshalb bis heute auf dem Gebrauchtmarkt sehr gefragt.
Neue Generation nach 20 Jahren
2022 begann Aquador mit der umfassendsten Erneuerung seines Programms seit rund zwei Jahrzehnten. Den Anfang machte die 300 HT, anschliessend folgte die kleinere 250 HT und mit der 380 HT schliesslich das neue Flaggschiff. Das Grundprinzip blieb erhalten, wurde aber moderner interpretiert: grössere Fensterflächen, Schiebedächer und wandelbare Cockpitbereiche. Neu entwickelt wurde ausserdem der sogenannte AquaDynamic-Rumpf, der nach Angaben der Werft früher ins Gleiten kommen und effizientere Reisegeschwindigkeiten ermöglichen soll.
Aquador 250 HT: kompakter Allrounder
Die 250 HT bildet den Einstieg in die neue Hardtop-Generation. Trotz kompakter Abmessungen ist sie nicht nur als Dayboat gedacht. Unter Deck gibt es Schlafmöglichkeiten, Pantry und Toilette, darüber einen geschützten Steuer- und Aufenthaltsbereich.
Aquador 300 HT: schon etwas mehr MotorYACHT
Die 300 HT verbindet ein grosses, teilweise überdachtes Cockpit mit Kabinen und Übernachtungsmöglichkeiten unter Deck. Damit bewegt sie sich bereits deutlich in Richtung Fahrtenmotoryacht. Sitzgruppen lassen sich unterschiedlich nutzen, grosse Dachöffnungen bringen bei schönem Wetter viel Aussenluft ins Boot..
380 HT: das Flaggschiff
Mit der Aquador 380 HT ist das Konzept endgültig in der Motoryachtklasse angekommen. Mehrere Kabinen, Pantry, Bad und grosszügige Aufenthaltsbereiche machen aus dem Wochenendboot einen ausgewachsenen Cruiser.
Innenborder oder Aussenborder?
Aquador gehörte lange zu jenen skandinavischen Marken, bei denen Dieselmotor und Z-Antrieb fast selbstverständlich waren. Bei der jüngeren Generation ist das Angebot vielfältiger. Je nach Modell stehen Innen- beziehungsweise Aussenborder zur Wahl. Allgemein gilt: Aussenborder schaffen Platz im Boot und erleichtern den Zugang zur Technik, während der klassische Innenborder eine freiere Badeplattform ermöglicht. Welche Lösung besser passt, hängt deshalb stark von Revier und Nutzung ab.
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Bei älteren Aquador sollte neben Rumpf, Deck und Installationen besonders der Antrieb geprüft werden. Viele Boote sind mit Innenbordern und Z-Antrieben ausgestattet. Wartungszustand von Antrieb, Bälgen, Kühlsystem und Lenkung kann deshalb erheblichen Einfluss auf spätere Kosten haben. Bei Hardtop- und Cabin-Modellen verdienen ausserdem Schiebedächer, Fensterdichtungen und Entwässerungen Aufmerksamkeit. Ein Boot, dessen Stärke der Wetterschutz sein soll, sollte schliesslich möglichst wenig Wetter hineinlassen.
Testberichte
Aquador 28 HT PDF 944.2 KB
marina.ch Ausgabe Januar / Februar 2008
Aquador 30 ST PDF 1.3 MB
marina.ch Ausgabe November 2014
Aquador 300 HT PDF 1.2 MB
marina.ch Ausgabe Juli / August 2024

