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Die seltsamen Gebräuche auf hoher See

Seefahrer sind abergläubische Menschen. Einige der Gebräuche, die heute an Bord als selbstverständlich angesehen werden, gehen auf Aberglauben zurück. Wissen Sie zum Beispiel, warum ein Seemann sterben soll, weil Sie Ihre Zigarette mit einer Kerze statt mit einem Streichholz anzünden?

Die seltsamen Gebräuche auf hoher See
Zigarette mit einer Kerze anzünden? Bloss nicht!© iStock.com/manx_in_the_world

Jedes Mal, wenn sich jemand eine Zigarette mit einer Kerze anzündet, stirbt ein Seemann. Daran glaubten die Seefahrer jahrhundertelang, einige wahrscheinlich bis heute. Wie so oft hat dieser Aberglaube eine Geschichte. Und zwar eine ziemlich traurige. Viele Seefahrer, die von keinem Kapitän angeheuert wurden und deshalb keine Heuer verdienten, verkauften Streichhölzer, um zu überleben. Wenn nun aber jemand seine Zigarette mit einer Kerze statt einem Streichholz anzündet, bringt er den armen Seemann um seinen kargen Verdienst – und bringt ihn damit um, überspitzt formuliert.

Davy Jones und der «Fliegende Holländer»

Seefahrer fürchten den Freitag noch mehr als andere abergläubische Menschen. Deshalb liefen früher niemals Schiffe an Freitagen aus. Am besten war Sonntag. Vor jeder Fahrt warfen – und werfen – viele Seeleute eine Münze ins Wasser. So grüssen sie Davy Jones, den Kapitän des sagenumwobenen «Fliegenden Holländers», und wollen ihn gnädig stimmen. Davy Jones, der in «Fluch der Karibik» eine wichtige Rolle spielt, galt als Teufel der Meere. Er soll versucht haben, das Kap der Guten Hoffnung in einem aufkommenden Sturm zu umsegeln. Als der Sturm immer stärker wurde, fluchte Davy Jones, er werde das Kap meistern, selbst wenn es bis zum Jüngsten Tag dauern sollte. Als Strafe für seine gotteslästerlichen Worte segelt Davy seither, je nach Quelle, ohne Besatzung oder mit einer Mannschaft aus lebenden Toten um die Welt.

Katzen bringen Glück, Frauen nur Unglück

Das sind zwei Beispiele für Gebräuche, die sich mit dem seemännischen Aberglauben erklären lassen und bis heute beachtet werden. So pfeifen Seeleute niemals an Bord, weil das einen Sturm heraufbeschwören soll. Oder sie kratzen in einer Flaute am Stag, weil das für Wind sorgen soll. Oder sie haben eine Katze an Bord, weil das Glück bringen soll. Doch nicht alle Gebräuche haben bis heute überlebt. So waren früher Frauen an Bord verpönt, weil sie Seenot und Unglück brachten. Davon liessen sich Anne Bonny und Mary Read, die sich wie Piraten kleideten, genauso wenig abhalten wie die Frauen von heute, die auf den Aberglauben pfeifen und unbekümmert an Bord gehen.

Cantiere Sangermani

Cantiere Sangermani

Die Yachten der ligurischen Sangermani-Werft kennen nur Insider. Das liegt an ihrer unscheinbaren Noblesse und daran, dass sie selten sind. Man erkennt sie an den charakteristischen drei Punkten am Ende der gelben oder mit Blattgold in die Bordwand gravierten Ziergöhl. Die Punkte stehen für das S des internationalen Morsealphabets, für «S», wie Sangermani.

Welches Motorboot für Anfänger?

Welches Motorboot für Anfänger?

Für die Auszeit auf dem Wasser braucht es einen schwimmenden Untersatz. Wenn Sie keine Erfahrung haben, eignet sich zum Einstieg ein kleines Schlauchboot mit Aussenbordmotor, ein offenes Sportboot mit festem Rumpf aus pflegeleichtem Kunststoff oder ein handlicher Flitzer mit kleiner Kajüte.

Webb Chiles: Zufrieden unterwegs

Webb Chiles: Zufrieden unterwegs

Der Amerikaner Webb Chiles kennt zwei Lebensweisen. Die Erwartung des richtigen Lebens und das Leben des richtigen Lebens. Für Chiles ist richtig Leben Segeln. Und zwar schön lange Seereisen. Deshalb ist er, von Pausen abgesehen, seit 1974 auf den Weltmeeren unterwegs. Mit gebrauchten, simplen und verblüffend kleinen Booten.

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