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Weltrekordversuch mit der Motoryacht

Autor: Erdmann Braschos

In England entsteht eine 24 Meter Motoryacht für den nächsten Geschwindigkeits-Rekord um die Welt. Er soll ein Sprit-Wasser Gemisch bekannt machen, das etwas umweltfreundlicher ist.

Weltrekordversuch mit der Motoryacht
© Team Britannia

Derzeit werden bei der Aluminium Boatbuilding Company am südenglischen Solent 12,5 km Leichtmetall Spanten geschnitten. Sie bilden das Gerippe einer innerhalb von drei Monaten aus insgesamt 300 Aluteilen zu schweissenden Hochgeschwindigkeits-Motoryacht. Sie wird komplett aus wiederverwertetem Aluminium gebaut.

Entworfen wurde das Boot von Professor Bob Cripps, dem früheren technischen Leiter von VT Halmatic, einer Werft für Marine, Rettungs- und Spezialfahrzeuge. Der Wellenschneider- Rumpf streckt die Wasserline, reduziert den Widerstand und erlaubt vergleichsweise rasche Fahrt bei Seegang. Die spezielle Form soll den Spritverbrauch um bis zu 30 Prozent senken.

Einen weiteren Beitrag zum möglichst umweltfreundlich absolvierten 24 Tausend Meilen Ritt um die Welt wird eine spezielle Mischung von Diesel mit 2 Prozent Wasser und einem Emulgator. Diese von der ebenfalls englischen Firma Sulnox entwickelte Mixtur reduziert schädlichen Feinstaub und Stickstoffdioxide.

Zwei Fiat Power Train C 13 Sechszylinder mit zusammen tausend PS bewegen zwei Castoldi 460 HC Wasserstahltriebe, die das Meer unter dem Boot mit einem Reisetempo von 22 kn und bis zu 40 kn Spitze durchpusten.

30 Tausend Liter Diesel bieten eine Reichweite von 4 Tausend Seemeilen. Das Wasser wird über einen Seewasserentsalzer gewonnen und im speziellen Sulnox-Verfahren dem Sprit beigemischt. Das Verfahren ist seit 2014 auch bei Schiffsmotoren bewährt.

Die Route für die schnellste Motorboot-Umrundung der Welt muss gemäss Regularien durch den Panama und Suez Kanal führen, den nördlichen Wendekreis wie den Äquator kreuzen und zum Ausgangspunkt des Rekordversuchs führen. Die zuständige Union Internationale Motonautique (UIM) in Monaco hat den vorgesehenen Kurs bereits abgesegnet. Er führt von Gibraltar bis Gibraltar: über Puerto Rico, Acapulco, Honolulu, Guam, Singapur, Oman und Malta als Tankstopps.

Alain Priddy hat unbeirrt über Jahre hinweg an diesem Rekordversuch gearbeitet und ist gleichermassen erleichtert wie stolz, dass es nach wiederholten Ankündigungen und Verzögerungen jetzt wirklich losgeht. „Nun, wo das Blech geschnitten ist, gibt es kein zurück mehr.“

Das Programm ist eng getaktet. Der Kalender lässt keine Zeit für Überraschungen. Alles muss passen und klappen. Unmittelbar nach dem Stapellauf wird am 1.9. probegefahren. Bereits am 23. Oktober werden die beiden Fiat Sechszylinder für den ersten langen Schlag über den Atlantik angeworfen.

Dann wird sich zeigen, ob Team Britannia die Erwartungen im Kielwasser der grössten Seefahrernation des blauen Planten erfüllen kann.

Die Zeit von 1.796 Motorstunden und 58 Minuten (knapp 75 Tage) für die 24.382 Seemeilen des Adventurer Teams von 1998 mit einem Thornycroft Boot und Cumminsd Diesel ist zu unterbieten.

Länge: 24,38 m
Breite: 4,88 m
Tiefgang: 0,76 m
Maschinen: 2 x Power Train Fiat C13 mit zusammen 1000 PS / 30.000 l Diesel

VG Wort Zählmarke

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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