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Shark24

Ein GFK-Klassiker, der es mit vielen modernen Rissen aufnehmen kann

Shark24
Segelzeichen Shark24

Schon seit den den Fünfzigerjahren treibt der Hai, sorry: Shark sein Unwesen, erschreckt beim Überholen die Regattasegler anderer Bootsklassen, bietet mehr Wohnraum als so manches längere Boot und segelt komfortabler, als vermeintlich modernere Fahrtenyachten. Kein Wunder also, dass um die Klasse längst so etwas wie ein Mythos gesponnen wurde. Dabei ist das Kajütboot niemals so etwas wie futuristisch oder avantgardistisch gewesen. Im Gegenteil, die Shark24 ist lediglich dem Stil der späten Fünfzigerjahre entsprechend gebaut, hat sich aber über die Jahrzehnte hinweg auch im Vergleich zu anderen, deutlich jüngeren Bootsklassen immer behaupten können.

Von Michael Kunst, veröffentlicht am 12.10.2022

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Hauptsache robust

Konstrukteur Georg Hinterhöller hatte dennoch wohl ein besonders glückliches „Händchen“, als er 1956 das Boot zeichnete. Der nach Kanada ausgewanderte Österreicher wollte ein „solides, einfach zu segelndes Kajütboot“, das auch in Küstengewässern mit Seegang klarkommt. Dass die Shark24 zudem auf nahezu allen Kursen richtig schnell unterwegs ist, mag der Österreicher mit kanadischem Pass als angenehmen Nebeneffekt empfunden haben.

Nachdem 1956 der Prototyp vorgestellt wurde, ging man aufgrund zahlreicher „Kalt-Bestellungen“ schon 1959 in Serienproduktion – und zwar gleich mit dem damals noch brandneuen und weitgehend unerprobten GFK als Rumpfmaterial.
Wie damals üblich, wurden die ersten Boote der Serie mit „starkem“ Laminat gebaut. Ein Umstand, der die frühen Sharks relativ schwer machte. Deshalb beschloss die Klassen-vereinigung bald, dass alle neuen Boote mit dem gleich starken Ur-Laminat gebaut werden müssen. Auch wenn die moderne Technik mittlerweile andere, gewichtssparende Verfahren kannte und kennt.
Ein Umstand, der dem Shark24 das Prädikat „unverwüstlich“ einbrachte. Denn nicht zuletzt waren und sind Sharks auch deshalb so beliebt, weil sie als ausgesprochen robust gelten.

Familien-Regatta-Cruising–Langfahrt-Allrounder

Die Shark24 ist unter Seglern – Regatta wie Cruising – längst Kult. Das Boot besticht seglerisch durch herausragende Allround-Eigenschaften, es punktet auf Regatten mit einem sehr günstigen Yardstickwert 113 für die Festkiel-Version und 115 für die Kielschwertversion.

Im Laufe der Jahrzehnte verbreitete sich die Shark24 nahezu weltweit. Bei Regatten werden teils große Teilnehmerzahlen erreicht. Seit 2000 ist die Shark24 als Oldtimer-Klasse anerkannt; seitdem ist die Ausrichtung offizieller Weltmeisterschaften erlaubt.

Das 7,30 m lange Kajütboot hat vor allem gegen Ende des letzten Jahrhunderts teils Erstaunliches geleistet. So segelten bis heute Dutzende Shark24 über den Atlantik (Barfussroute Ost nach West und Nordroute von West nach Ost), es wurden mehrere Pazifiküberquerungen gemeldet, 1972 gewann eine Shark24 die Nordseewoche „Rund Helgoland“. 1977 kam eine Shark24 beim Singlehanded Bermuda Race als sechstes Boot overall ins Ziel.

Aufgrund seiner Robustheit ist eine Shark24 bis heute ein gefragtes Gebrauchtboot geblieben, das einen hohen Wiederverkaufswert erzielt.

Segelriss Shark 24
Segelriss Shark 24

Technische Merkmale:

  • Länge ü.a.: 7, 31 m
  • Länge WL: 6,34 m
  • Breite: 2, 10
  • Gewicht ca 953 kg
  • Segelfläche am Wind: 20, 8 qm (mit Arbeitsfock), 25 qm mit Genua
  • Spinnaker: 23 qm