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Sieben Tipps für den cleveren Bootskauf

Autor: Erdmann Braschos
  

Das Angebot gebrauchter Boote ist gross, vielfältig und kaum zu überblicken. Vom pflegeleichten Daysailer über charmante Klassiker, moderne Serienerzeugnisse bis hin zum indidivuellen Einzelbau ist alles zu haben.

Sieben Tipps für den cleveren Bootskauf

Die Verlockung zum Kauf eines Bootes ist zu Recht riesig. Ein Boot bietet die Freiheit nach eigenem Gusto abzulegen und sich nach Lust und Laune auf dem Wasser zu bewegen: von sportlich rasant über komfortabel bis hin zu müssig und kontemplativ. Ganz gleich ob Jolle, Motorboot oder Segelyacht. Man kann brettern, „Meilen fressen“, bummeln oder in einer schönen Bucht ankernd einfach abhängen.

Es gibt keinen besseren Kniff, den Alltag zu vergessen, als mit dem Schritt an Bord. Der funktioniert immer.

Bereits das Eignerglück und das Wohlfühlen an Bord macht den erheblichen Aufwand zur Anschaffung und zum Betrieb meistens lohnend. Folgende Gesichtspunkte sollten beachtet werden.

Der Bootskäufer sollte erstens prüfen, ob ein eigenes Boot zur Lebenssituation, den persönlichen Verhältnissen passt. Zentrale dabei: macht die Lebensgefährtin, die Frau und Familie wirklich mit oder duldet sie das Hobby bloss?

Zweitens: Wieviel Zeit lassen das Arbeitsleben, andere private Verpflichtungen, weitere Interessen und Hobbies? Ein Boot ist ein zeitintensives Hobby.

Denn um ein Boot muss man sich kümmern. Es will gepflegt, die Technik gewartet und gegebenenfalls repariert werden. All das braucht stets mehr Zeit, als geplant. Gerade dann, wenn man die Arbeiten zum ersten Mal oder selten macht.

Drittens: Gibt es einen Liegeplatz in einem schönen Revier in der Nähe? Kann man mal eben zum Boot fahren, es also wirklich nutzen?

Viertens sollte man sich klar machen welche Nutzung realistisch ist. Viele Käufer suchen ein Boot für die sprichwörtliche „Weltumsegelung“. Eine schöne Vorstellung. Doch wozu solch ein grosses und teures Boot für eine Reise kaufen, deren Verwirklichung wegen beruflicher oder privater Verpflichtungen meist ausgeschlossen ist?

Fünftens kann der Preis allein nur eines mehrerer Kriterien für die Anschaffung eines bestimmten Bootes sein. Wichtiger ist die Frage: Wie alt und pflegeintensiv, aus welchem Material ist es? Die charmante Holz- oder Stahlyacht wird aus gutem Grund günstig sein. Welche Arbeiten hängen da dran?

Hat man über den Kauf hinaus das nötige Geld, um essenzielle Arbeiten fachmännisch machen zu lassen? Hat man die Energie, Zeit und das handwerkliche Geschick um das Schiff selbst herzurichten? Gibt es das Budget zum Kauf von Werkzeug und Material zur Überholung? Auch hier gilt: Nicht schönreden, sondern realistisch planen. Denken Sie dabei auch an die Unterhaltskosten, die Jahr für Jahr anfallen.

Sechstens: Eigner, die ihr Boot lieber nutzen als reparieren halten sich an das bewährte „keep it simple“ Prinzip. Je weniger Technik ein Boot hat, desto weniger muss repariert werden. Beispiel: Fliessend warm Wasser wie zuhause ist wunderbar auch an Bord. Aber lieber mit dem praktischen und handlichen no nonsense Boot ablegen als am Traumschiff basteln.

Siebtens genau gucken, wie ein Boot gebaut und ausgestattet ist. Ein Teakdeck beispielsweise ist eine feine Sache, ziert ein Schiff aber nur, wenn es neu und gepflegt ist. Unter südlicher Sonne heizt sich ein Teakdeck derart auf, das man nicht mehr barfuss darauf gehen kann. In regenreichen Revieren verspakt das Holz. Schlampig gebaute Teakdecks lecken. Und nach wiederholtem Schliff fallen die Pfropfen heraus. Nach 15 Jahren muss es komplett ersetzt werden. Wer kann und macht, wer bezahlt das?

Moderne Edelstahlwinschen sind besser als verchromte Klassiker. Statt teurer Nachverchromungen langt ein Lappen mit eines Politurpaste.

Boote mit einem Eisenkiel sind ab Werft günstiger als solche mit Bleiballast. Eisen rostet aber im Unterschied zu Blei. Es muss alle Jahre wieder im Winterlager mit mehreren Arbeitsgängen konserviert werden. Blei ist nachgiebig und pfuffert die Stösse bei Grundberührung ab. Eisen gibt den Schlag 1:1 weiter ins Schiff.

Fazit: Der clevere Bootskäufer sucht sich aus dem breit gefächerten Angebot das passende Schiff aus. Und er guckt genau hin. Er verliebt sich nicht gleich in das Schiff seiner Träume, sondern durchschaut, welche System- und Folgekosten er sich ans Bein bindet. Dann bleibt der entscheidende Schritt an Bord des eigenen Bootes der richtige.

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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Feedbacks“Die wenigen Anfragen führe ich auf die Jahreszeit zurück, letztes mal habe ich bei euch im März inseriert und viele Anfragen erhalten. Jedenfalls hat die eine Anfrage nun gereicht, das Boot wurde verkauft. Vielen Dank.”
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