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Boot gründlich angucken und Probefahren

Autor: Erdmann Braschos

Im Idealfall haben Sie sich vorbereitet, Informationen beschafft, verschiedene Bootstypen oder Fabrikate miteinander verglichen. Sie haben mit Bootseignern und nautisch erfahrenen Bekannten sowie mit Freunden gesprochen. Sie wissen also, wo Sie gründlich hinschauen werden.

Boot gründlich angucken und Probefahren
Achten Sie bei der Besichtigung auch auf die Tageszeit, bzw. gute Lichverhältnisse.© boot24.ch

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Am besten Sie machen sich mit dem Bootstyp während eines Urlaubs – gemeinsam mit Ihrer Familie oder Freunden – vertraut. Überhaupt ist es clever, Ihren Partner bei solch einer Anschaffung von Anfang an «ins Boot zu holen». Chartern Sie! Bei Grossserien-Erzeugnissen gibt es wahrscheinlich ein Schwesterschiff, das Sie auf diese Weise kennenlernen können. Auch mancher Exot lässt sich mieten und ausprobieren. So finden Sie heraus, ob Ihnen das Boot zusagt und ob Sie damit klarkommen.

Die Besichtigung

Zurück zum Termin: Am besten wäre es, wenn Sie sich das Objekt zunächst von aussen in Ruhe und möglichst allein, ohne Anpreisungen und Bemerkungen des Verkäufers oder Händlers, anschauen können. Der clevere Interessent bringt den Liegeplatz, bzw. den Standort des Bootes in Erfahrung und verschafft sich vorab (beispielsweise am Abend vor dem Termin) einen Eindruck. Das geht, wenn das Boot in einem Hafen liegt oder sich an sonst einem zugänglichen Stellplatz befindet. Achten Sie auf gute Lichtverhältnisse und bringen Sie jemanden mit. Vier Augen sehen mehr als zwei.

Sie werden das Boot nur kaufen, wenn es Ihnen gefällt und Sie sich mit ihm «anfreunden». Ganz einfach, weil Sie viele Stunden, Tage oder Wochen Ihrer kostbaren Freizeit damit verbringen werden. Sie müssen sich dem Boot anvertrauen. Wenn Sie sich mit dem Boot bekannt machen, brauchen Sie niemanden, der andauernd redet und Erklärungen abgibt. Wenn Sie sich das Boot allein und in Ruhe ansehen, entdecken Sie Kleinigkeiten, die viel über das Objekt aussagen: Scheuerstellen, Rostspuren, Hinweise auf Leckagen. Vielleicht sehen Sie auch durch den derzeitigen Pflegezustand hindurch und erkennen, was sich aus dem betagten Boot machen lässt.

Nehmen Sie sich beim offiziellen Termin zur Besichtigung und Probefahrt des Bootes Zeit. Wenn die alleinige Besichtigung vorab zunächst nicht möglich ist, holen Sie sie einfach nach. Kommen Sie nach dem offiziellen Termin mit dem Verkäufer oder Händler einfach wieder.

Lassen Sie sich nicht drängen. Für den ersten Eindruck wird eine Stunde an Bord genügen, bei wirklichem Interesse nicht.

  • Ist das Boot aufgeräumt und zumindest halbwegs sauber und gepflegt?
  • Schauen Sie genau hin und sehen Sie sich alle Details an! Wie z.B. die Elektrik, die Pumpen, die Maschine, die Gasinstallation, die Winschen, die Ankerwinschen etc. Funktioniert alles?
  • Wurde die Technik gewartet?
  • Ist essenzielles, für die Sicherheit wichtiges Zubehör halbwegs aktuell?
  • Gibt es Unterlagen zum Boot, Betriebsanleitungen und Wartungspläne?
  • Springt der Motor gut an?

Schauen Sie sich bei dieser Gelegenheit auch den Eigner an. Bereits an der Art und Weise wie er das Boot zeigt, erkennen Sie seinen technischen Hintergrund. Ebenso, ob sich der Eigner über die Nutzung hinaus, um das Boot gekümmert hat.

Seien Sie auch bei der Probefahrt aufmerksam. Seien Sie auch bei der Probefahrt aufmerksam. © boot24.ch

Die Probefahrt

Achten Sie bei der Probefahrt darauf, wie sich das Boot unter Maschine manövrieren lässt:

  • Wie dreht es und wie kursstabil ist das Motorboot bei langsamer Fahrt?
  • Wie gut lässt es sich aufstoppen?
  • Der Blick auf den Tourenzähler (oder noch besser auf das selbst mitgebrachte Hand-GPS) und die Logge an Bord verraten, ob das Boot die erwartete Reisegeschwindigkeit bei wirtschaftlicher Fahrweise erreicht. Auch Vollgas sollte bei einer halbwegs warmgefahrenen Maschine ausprobiert werden.
  • Erreicht das voll beladene (betankte) Boot überhaupt die genannte Reisegeschwindigkeit und den Top Speed? Oder bleibt es mit dröhnender Maschine mit himmelwärts zeigendem Vorschiff im Verdrängermodus «hängen»?
  • Läuft die Maschine nach dem Anlassen im Standgas einwandfrei oder wurde die Tourenzahl hochgedreht, weil sie sonst ausgehen würde?
  • Auch ein Blick auf die Farbe des Abgases (neutral, weiss oder grau) verrät viel. Wurde die Maschine sachgemäss eingewintert und für längere Liegezeiten vorbereitet (Frischwasserspülung und Frostschutz des äusseren Seewasserkreislaufs)?
  • Wurden Motor- und Getriebeöl regelmässig gewechselt? Ist das dokumentiert?
  • Hat der Eigner diese Arbeiten machen lassen oder selbst gemacht?
  • Gibt es eine Liste mit Verschleissteilen (Keilriemen, Öle, Kraftstoff- und Ölfilter)?
  • Wie sehen die Opferanoden am Motor, am Getriebe und am Boot aus?

Beim Motorboot ist der Betriebsstundenzähler obligatorisch, bei der Segelyacht älteren Baujahres mit Einbaumaschine ist diese zur Wartung des Motors unverzichtbare Kleinigkeit leider nicht üblich.

Bei der Motoryacht sind Zustand und Leistung der Maschine essenziell. Bei der Segelyacht mit einer Einbaumaschine als Hilfsmotor ist zuverlässiges Anspringen wichtig, weil die Maschine bei Hafenmanövern oder in Notfällen spontan gebraucht wird und einwandfrei laufen muss. Der Kauf und Einbau einer neuen Maschine wäre eine teure Angelegenheit.

Damit sich bei der Bootsbesichtigung und Probefahrt kein falscher Ton einschleicht und ein unangenehmer Eindruck entsteht: Es geht für Sie als Interessent nicht darum, den Zustand eines Bootes herunterzureden, sondern darum, ihn zu verstehen. Erst dann lässt sich einschätzen ob es überhaupt für den Kauf in Frage kommt und was gegebenenfalls später daran zu tun ist.

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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Sind die Mysterien des Bermuda Dreiecks nun gelöst? Ein britischer Wissenschaftler meint den Grund für das Verschwinden der Schiffe gefunden zu haben. Aber was ist mit den Flugzeugen?

Ratgeber für den erfolgreichen Bootsverkauf

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Für den Verkauf des Bootes kann es verschiedene Gründe geben: Die persönlichen Verhältnisse passen nicht mehr zum Boot. Die Partnerin oder der Partner macht nicht (mehr) mit. Man ist älter geworden. Unter Umständen gibt es gesundheitliche Probleme. Vielleicht fehlen auch Geld und Zeit. Oder es gibt in Ihrem Leben neuerdings andere Schwerpunkte. Vielleicht hat einfach das Interesse am Boot nachgelassen.

Realistischer Preis­

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Als Eigner des einst teuren und über die Jahre mit einigem persönlichen und finanziellen Einsatz erhaltenen Bootes haben Sie wahrscheinlich eine selbstbewusste Preisvorstellung. Es gibt angesehene, wertbeständige und entsprechend gefragte Bootsmarken, die ordentliche Preise erzielen.

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