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Was kostet das Boot über den Kauf hinaus?

Autor: Erdmann Braschos

Ebenso wie das Baumaterial entscheiden Grösse, Verdrängung und Ausstattung über die laufenden Kosten. Ein aufwendig mit allen erdenklichen Extras ausgerüstetes Boot macht zunächst einmal viel her. All diese Sachen lenken aber auch von der Nutzung ab.

Was kostet das Boot über den Kauf hinaus?
Liegeplatz vorhanden? Oder doch besser ein trailerbares Boot kaufen?© boot24.ch

Viele Boote sind überausgerüstet, mit komplizierter, störanfälliger Technik überladen. Der Liegeplatz eines grossen Bootes ist deutlich teurer, Kranen und Transport sind aufwendiger. Das Gewicht entscheidet über die Motorisierung, den Spritverbrauch, die Ausrüstung, die Möglichkeit, ein Boot zu slippen oder per Kran aus dem Wasser zu heben. Auch der Aufwand, es über Land zu transportieren, sei es auf einem Trailer (mit dem geeignet grossen = teuren Zugfahrzeug), Lkw oder Tieflader vom Yachtspediteur, hängt vom Gewicht ab. Es sollte zum persönlichen Budget passen. Mit einem kleinen Boot fährt man in vieler Hinsicht besser als mit einem grossen. Es ist unterm Strich günstiger und lässt mehr Zeit zur Nutzung.

Versicherung, Liegeplatz, Wartung

Der Kauf eines Bootes ist der erste Schritt, dem rasch weitere folgen: Es muss versichert werden. Haftpflicht ist obligatorisch, meist wird das Boot auch kaskoversichert. Es braucht ganzjährig einen Liegeplatz, in nördlichen Gefilden einen Platz für die Saison und einen Stellplatz in einem Winterlager (in einer Halle oder draussen). Je nach Revier sollte die Frage, ob man für das Boot überhaupt einen Platz bekommt, vor der Anschaffung des Bootes geklärt sein.

An gefragten Gewässern, wie grossstadtnahen Seen, sind Liegeplätze Mangelware (siehe Wohin mit dem Boot?). Es gibt entsprechend lange Wartezeiten. Dort kauft man das Boot passend zum verfügbaren Liegeplatz. Beim Segelboot gibt es gerade an Seen Längenbeschränkungen und Tiefganglimits. Wer die Mitgliedschaft in einem Verein erwägt, sondiert vorher, welche Bootstypen dort gern gesehen sind. Das verkürzt die Wartezeit im Idealfall. Es wird aber auch erwartet, dass man am Clubleben teilnimmt und sich auf die Gepflogenheiten einlässt. In jedem Verein gibt es Befindlichkeiten, Hierarchien und Seilschaften. Hinzu kommen jährlich zu leistende Gemeinschaftsdienste (Pflege der Anlagen des Clubs). Auch das gehört zu den Weiterungen des Themas Bootskauf.

Unverbindlich, praktisch ohne Verpflichtungen, aber auch anonymer, ist der kommunale Hafen oder eine kommerzielle Marina. Das ist jedoch deutlich teurer. Auch hier gilt die Zeit- und Kostenschere.

Wer sich für ein kleines, trailerbares Boot entscheidet, hat diese Verpflichtungen nicht. Er braucht nur einen Zugang zum Revier (eine öffentlich erreichbare Rampe), schiebt das Boot ins Wasser und legt ab. Die Woche über und im Winter steht das Boot auf dem Anhänger zu Hause in der Garage, im Garten oder irgendwo in der Nachbarschaft.

Wer kümmert sich ums Boot?

Eine grössere Motor- oder Segelyacht, die an einem entfernten Revier stationiert ist, muss ganzjährig betreut werden. Die Festmacher sind zu kontrollieren, die Bilge sollte ab und zu ausgepumpt werden. Die Maschine muss regelmässig eine Weile laufen und die Batterien sind zu laden. Jemand muss das zuverlässig machen. Der Eigner sollte es überwachen, sprich gelegentlich nachfragen Bootsmotoren stehen sich kaputt, eine dauerhaft stillgelegte Batterie ebenso.

Faustformel: Die Unterhaltskosten

Es gibt eine Faustformel, wonach die jährlichen Kosten für den Unterhalt eines Bootes bei zehn Prozent des Neupreises liegen. Das ist eine Worst-Case-Rechnung. Sie trifft zu, wenn man alles am Boot (für teures Geld) machen lässt. Bei neuen oder annähernd werftneuen Booten ist jedoch im ersten Jahrzehnt wenig zu tun. Wer handwerklich geschickt oder fleissig ist, kann auch beim betagten Boot auf Dauer deutlich unter diesen zehn Prozent bleiben. Dennoch müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass ein Boot jedes Jahr Geld kostet (siehe Unterhaltskosten Segelboot / Motorboot).

Autor

Erdmann Braschos

Geschrieben von

Der versierte Segler berichtet seit 1988 in namhaften Medien aus der maritimen Welt. Dank langjährigem Betrieb eines eigenen Schiffes (http://malsegeln.de/) ist er hands-on, mit der Pflege, Reparaturen und dem Werterhalt von Booten vertraut.

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